Heinz Rühmann
Heinz Rühmann wurde am 07. März 1902 als Sohn des Hoteliers Hermann Rühmann und dessen Frau Margarethe in Essen geboren. Zunächst sollte er das Erbe seines Vaters antreten. Als seine Eltern sich scheiden ließen, war Rühmann gerade 14 Jahre alt. Sein Vater beging danach Selbstmord. 1919 nach Beendigung seiner Schulzeit, er hatte die Mittlere Reife am Gymnasium gemacht, nahm Rühmann Schauspielunterricht. Seine erste Theaterrolle bekam er ein Jahr später in dem Stück "Rose Bernd". Kurz darauf spielte Rühmann mit Theo Lingen am Residenztheater in Hannover.
Im Jahr 1923 wurde Rühmann Mitglied am Schauspielhaus München, von wo er ein Jahr später zu den Münchner Kammerspielen wechselte. In dieser Zeit heiratete er die Schauspielerin Maria Herbot.
Seine großen Rollen bekam Rühmann ab 1927 in Berlin bei Max Reinhardt. Unter anderem spielte er hier mit Marlene Dietrich und Hans Albers zusammen.
Im Jahr 1930 verwirklichte Rühmann seinen Traum und machte den Flugschein. In dieser Zeit entstand auch der berühmte Film "Die drei von der Tankstelle". Der Film, der einer der ersten deutschen Tonfilme war, machte ihn zum beliebtesten Schauspieler Deutschlands.
In der Zeit des Zweiten Weltkrieges zeigte sich Rühmann indifferent gegenüber der Politik. Er versuchte sich mit den Regeln der nationalsozialistischen Kulturpolitik zu arrangieren, was seiner Karriere zugute kam. Zum Vorwurf machte man ihm später seine Freundschaft zu hochrangigen Mitgliedern des NS-Regimes.
Im Jahr 1938 ließ er sich von seiner Frau scheiden. Kurz darauf heiratete er die Schauspielerin Hertha Feiler, mit der er auch einen Sohn bekam.
Von 1938 bis 1945 war Rühmann Mitglied der Berliner Staatsbühnen unter der Leitung von Gustav Gründgens.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Rühmann als Pilot zur Wehrmacht eingezogen. Es entstand der lustige Film "Quax, der Bruchpilot", der 1941 von Propagandaminister Josef Goebbels eigens bei der Ufa-Film in Auftrag gegeben wurde, um das Volk bei Laune zu halten. Im Jahr 1944 trat Rühmann in der legendären Komödie "Die Feuerzangenbowle" auf, einem jener Klassiker, die zur Beruhigung der "Heimatfront" in den Kriegsjahren produziert wurden. Der Streifen avancierte zu einem seiner bekanntesten Filme. Nach Kriegsende wurde Rühmann "entnazifiziert" und ein vorübergehendes Spielverbot wieder aufgehoben. Er zog mit seiner Familie nach München zurück und gründete hier 1947 die eigene Filmgesellschaft "Comedia". Doch dies brachte ihm kein Glück, er hatte mehrere Misserfolge. Erst als der Film "Keine Angst vor großen Tieren" anlief, ging es finanziell wieder aufwärts. Rühmann stieg zum angesehenen Schauspieler des deutschen Nachkriegskinos auf.
Großen Erfolg hatte er u.a. auch mit "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer. Hierin spielte Rühmann einen Schuster, der sich die Kompetenzwirren der Militärhierarchie zunutze macht, um sich in die Position eines Hauptmanns zu versetzen.
In den 1950er Jahren entstanden unter anderem folgende Filme: "Wenn der Vater mit dem Sohne", "Charleys Tante", "Es geschah am helllichten Tag" und "Der Pauker". 1957 wurde Rühmann mit dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Komiker ein Charakterschauspieler.
Einen Film drehte Rühmann 1965 sogar in Hollywood: "Das Narrenschiff" von Vivien Leigh. Weiter entstand 1965 "Das Liebeskarussell" mit Gert Fröbe und Curd Jürgens. 1966 erhielt der Schauspieler das Große Bundesverdienstkreuz und 1972 den Bundesfilmpreis.
Im Jahre 1968 bekam Rühmann die erste Fernsehrolle in dem Film "Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller. Zwei Jahre später starb seine Frau. Am 09. Oktober 1974 heiratete er in dritter Ehe Hertha Droemer.
Nachdem der Kinofilm "Gefundenes Fressen" gedreht worden war, zog sich Rühmann von der Schauspielerei zurück, um nur noch gelegentlich im Fernsehen aufzutreten. In dieser Zeit schrieb er seine Autobiographie "Das war’s".
Ein letzter Film erschien dann aber doch noch 1993: "In weiter Ferne so nah" von Wim Wenders. Am 03. Oktober 1994 verstarb Heinz Rühmann im Alter von 92 Jahren am Starnberger See.
Quelle: www.rasscass.com